Belichtungsgerät
Ein Belichtungsgerät gehört ja zu den Geräten, die nahezu jeder selber baut. Wieso sollte es hier anders aussehen? Natürlich gibt man sich hier nicht mit Konstruktionen aus alten Gesichtsbräunern und Pappkartons ab, sondern baut gemäß den höheren Qualitätsansprüchen (öhm ja) etwas brauchbareres.
Vorgeschichte
Wie immer dient als Grundlage des Ganzen ein alter Scanner. Weil der nix kostet und praktisch aussieht. Und, wie sich später rausstellte, in jeder Hinsicht zu klein und auch ansonsten untauglich ist. Hättee man nur gleich gescheit angefangen und sich das Gehäuse richtig gebaut müsste man sich nicht mit dem Kack rumärgern... Version Nummer eins, entstanden irgendwann rund um 2001, bestand aus einem kleinen Agfa-Scanner und 2 9W Kompakt-Röhren mit eingebautem Starter, deren genauere Herkunft unbekannt ist. Ausser der Aufschrift "UV-A" war nichts weiteres zu finden. Wirklich funktioniert hat das Ganze dank falschem Vorschaltgerät sowieso nicht, und irgendwann ist dann beim Rumpfuschen daran eine Röhre zerbrochen. Nach einiger Pause bewegten sich 2 (vom Conrad gekaufte) TL8W/05-Röhren in das Gehäuse, ebenfalls mit weniger passendem VG, aber irgendwie hat es manchmal doch funktioniert, wirklich gut allerdings nie. Hauptproblem war die ungleichmäßige Ausleuchtung, und die Beschränkung auf sehr kleine Platinen. Später kamen 2 weitere identische Röhren dazu, mangels passendem VG liefen die aber nie.
Später, ca. 2005, fand sich dann mal so ein blöder Gesichtsbräuner am Straßenrand, wurde sogleich mitgenommen und zerlegt. Darin fanden sich dann 4Stk. "UV-A" Röhren in einer Sonderbauform (T5, 30cm lang, aber 15W/0,3A!) mitsamt passenden Vorschaltgeräten. Ebenfalls sollte ein Timer rein, wofür mal wieder [tm] eine Mikrowelle zerlegt wurde. Das klappte auch dahingehend, dass das (VF-)Display beim Einbau in den Deckel letztendlich zerbrochen ist, also die ganze Arbeit wieder fürn Hintern und das Gehäuse versaut war. Praktischerweise fand sich dann ein äusserst sperriger, sehr alter Muskek-Scanner, der als Gehäuse auserkoren wurde und durch seine große Höhe ausreichend Platz für eine gleichmäßigere Beleuchtung erwarten lies. Als Timer wurde in Folge ein irgendwo in den Tiefen des Internets gefundener Countdown-Timer auf Basis eines PIC nachgebaut, der erstaunlicherweise auch oft funktioniert hatte, obwohl das Display im Deckel über ca. 1m Kabel angeschlossen wurde, da der Rest des Timers im Gehäuse verbaut wurde. Die Röhren wurden mal wieder nach ungefähr geschätzter Anordnung reingebaut, das Ganze halbwegs sauber verdrahtet, und es funktionierte tatsächlich meist. Bis auf die ungleichmäßige Belichtung und daraus folgend enormen Ausschuss. Lange Experimente zeigten letztendlich, dass ein metallischer Reflektor schlecht ist, und ein Blatt Papier besser funktioniert.
So lief das Gerät dann viele Jahre mehr oder weniger gut.
Bis 2010 nach mehrfachem Verhauen einer 20*20cm großen Platine der Beschluss gefasst wurde, es diesmal gescheit zu bauen und auch gewisse Kosten in Kauf zu nehmen.
Vorgaben
- Volle Vorlagenglasfläche (ca. 25*36cm) nutzbar
- Schnellstartschaltung, um das 15s-lange Geflacker beim Start zu verhindern und dafür zu sorgen, dass immer alle Röhren leuchten
- Temperaturstabilisierung, so dass auch bei mehreren Verwendungen in Folge die Intensität gleich bleibt
Aufbau
Weil aus irgendeinem, nicht mehr nachvollziehbarem, Grund das Gehäuse beibehalten wurde, war die Auswahl der Röhren schon fest, und zwar auf 8W/T5 (30cm/16mm), denn die anderen beschaffbaren Typen (15W/T8, 45cm/26mm oder 20W/T12, 60cm/40mm) zu lang waren, auch wenn die größere Dicke helfen würde, mit weniger davon auszukommen, und die Intensität größer wäre. Und natürlich die nutzbare Fläche. Also mussten 12 Röhren her, was schonmal zu gewissen Kosten führte. Die Röhren sollten in einen Kasten aus weissem Kunststoff eingebaut werden, der für eine diffuse Reflektion des Lichts sorgen sollte, ebenfalls sollte ein Lüfter für eine Kühlung sorgen. Abzüglich der 4 vorhandenen, alten 8W-Röhren also mal 8Stk. bestellt, leider wurden inzwischen andere Typen geliefert (TL8W/10 ACTINIC BL), die ein etwas anderes Spektrum aufweisen, und zu völlig anderen (längeren...) Belichtungszeiten führen, also nicht zusammen mit den alten /05 verwendbar sind. Braucht jemand 4 wenig verwendete TL8W/05? Also nochmal 4 bestellt. Beim Zusammenbau ist dann praktischerweise noch eine zerbrochen, also nochmal eine bestellt. Der Lieferant freut sich... Vorschaltgeräte zu beschaffen ist auch kein Problem, wenn man sich im Gegensatz zu früher nicht auf örtliche Händler verlässt sondern gleich im Netz bestellt, denn dann kostet ein VG für 2 8W-Röhren in Duo-Schaltung nur wenige Euro und ist auch binnen weniger Tage da. Ebenfalls wurde eine Schnellstartschaltung entwickelt (sofern man das Entwicklung nennen darf), die in ca. einer Sekunde für gleichzeitigen und zuverlässigen Start aller Röhren sorgt. Auf Fassungen wurde diesmal verzichtet, unter anderem weil diese schweineteuer sind (2Eur/Stk, das wären dann fast 50Eur nur dafür!) und der Platz auch sehr knapp ist, stattdessen wurde hitzebeständiger Draht angelötet. Der alte Timer wurde weiterverwendet, aber zusammen mit dem Display in den Deckel verfrachtet, um den Datenbus nicht mehr über ein ewig langes Kabel zu verlegen (und damit alles zu stören).
Und funktionierts jetzt? Relativ gut. Bedeutend besser als vorher. Nur lange dauern (~90sek) tut es immer noch, vermutlich weil das Glas zu stark absorbierend wirkt. Wo bekommt man günstig Quarzglas in den passenden Maßen?