VBus-Decoder

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In unserer Solaranlage arbeitet ein Viessmann Vitosolic 200, der die Regelung der Anlage übernimmt. Nach kurzer Recherche stellte sich heraus, dass es sich um eine etwas angepasste Version des RESOL DeltaSol® M handelt.

Statt der RS232-Schnittstelle hat das Teil einen Anschluss für den Viessmann-eigenen KM-Bus, zu dem es keinerlei Informationen gibt.

Beim VBus sieht es schon ein wenig anders aus. In der Diskussion auf Mikrocontroller.net bin ich auf den Beitrag von Daniel Wippermann gestoßen, woraufhin ich an die angegebene Adresse eine E-Mail geschickt habe.

Keine zweieinhalb Stunden später habe ich die Dokumentation (inklusive der Erlaubnis zur Veröffentlichung, siehe Download) zum Protokolls erhalten.

Hardwareschnittstelle

Wo Rx und Tx ist, muss erraten werden ;)

Bei dem VBus handelt es sich um eine bidirektionale halbduplex Zweidrahtschnittstelle, die zwar Ähnlichkeiten zu RS485 hat, diesem aber nicht entspricht.

Der Master (Regel-Einheit) versorgt den Bus mit etwa 8,2V und 35mA (S. 4 in der Doku). Die Daten werden durch Spannungsabsenkung auf dem Bus übertragen. Mit der Schaltung auf Seite 5 des PDFs kann auf dem Bus sowohl gelesen, als auch geschrieben werden. Im Bild rechts meine Interpretation der Schaltung (in der noch die Abblockkondensatoren fehlen).

Über die Buchse links kann man sich mit UART (nicht RS232!) mit 9600 Baud, 8 Datenbits, 1 Stoppbit ohne Parität mit dem Master unterhalten.

Protokoll

Das Protokoll des VBus ist in seiner Version 1.0 ziemlich gut handzuhaben.


Folgendes Daten habe ich zum Testen verwendet:

0xAA, 0x10, 0x00, 0x21, 0x73, 0x10, 0x00, 0x01, 0x12, 0x38, 
0x5E, 0x04, 0x5E, 0x01, 0x05, 0x39 
0x45, 0x01, 0x38, 0x22, 0x04, 0x5B 
0x38, 0x22, 0x38, 0x22, 0x05, 0x46 
0x6C, 0x01, 0x38, 0x22, 0x05, 0x33 
0x38, 0x22, 0x38, 0x22, 0x05, 0x46 
0x38, 0x22, 0x38, 0x22, 0x05, 0x46 
0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x7F 
0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x7F 
0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x7F
0x38, 0x0F, 0x00, 0x00, 0x01, 0x37 
0x47, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x38 
0x64, 0x64, 0x00, 0x00, 0x00, 0x37 
0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x7F 
0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x7F 
0x00, 0x00, 0x43, 0x00, 0x00, 0x3C 
0x00, 0x00, 0x02, 0x00, 0x00, 0x7D 
0x01, 0x03, 0x60, 0x02, 0x04, 0x15 
0x02, 0x00, 0x00, 0x00, 0x00, 0x7D

Zu allererst wird ein 10 Byte langer Kopf gesendet, der mit einem eindeutigen Sync-Wort (0xAA) beginnt. Eindeutig heißt: An keiner anderen Stelle im Protokoll wird das MSB belegt. Man kann sich also zu jedem beliebigen Zeitpunkt in den Bus einklinken!

Gefolgt vom Sync-Wort kommen Ziel- und Quelladresse (0x0010 <= 0x7321), die Protokollversion (0x10), der ausgeführte Befehl (0x0100) und die Anzahl der danach folgenden Nutzpakete (0x12). Abschließend wird eine Prüfsumme (0x38) der zuvor gesendeten Daten übertragen.

Im Anschluss des Headers werden n Datenframes mit je 6 Byte Länge geschickt. Die ersten 4 enthalten Nutzdaten, im 5. wird ein Septett geschickt und abschließend erfolgt wieder eine Checksum.

Das Septett ist eine Ergänzung der zuvor gesendeten Nutzdaten. Da, wie oben erwähnt, das MSB nur im Sync-Wort vorkommen kann, dürfen folgende Daten kein höchstwertiges Bit enthalten. Dieses findet sich jeweils im Septett.

Das ist auch schon das gröbste. Mit Protokollversion 2.0 und 3.0 habe ich mich noch nicht auseinandergesetzt, da diese zum Erfassen der Messwerte nicht benötigt werden.

Hintergrund

Noch eine kleine Hintergrundinformation, worum es sich bei der Ziel- und Quell-Adresse handelt.

Die Quelladresse ist selbstverständlich der Regler (0x7321 = Vitosolic 200 [Regler]), die Zieladresse (0x0010) wird in der kompletten Dokumentation nur als DFA beschrieben. Dabei handelt es sich nicht um eine komische Umschreibung für einen Broadcast, sondern um die Daten für ein zusätzliches Gerät, der Datenfernanzeige.

An diese sendet der Regler alle von ihm gemessenen Werte. Neben der Regler-Identität hat der Vitosolic 200 noch die Identitäten WMZ1 und WM2 (Wärmemengenzähler).

(to be continued...)