Umbau Belkin Auto-USB-Lader

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Meine Schwester braucht Strom fürs Handy im Auto und da es beim Mobilfunkanbieter mit dem roten Tropfen einen entsprechenden Adapter für 5 Euro gab, hat sie auch gleich zugeschlagen. Das Teil nennt sich "Belkin Micro USB Car Charger inkl. 30-Pin Sync-/Ladekabel" und hat die Produkt-Nummer F8J056.

Einen kleinen Nachteil hat das Ding allerdings: "Designed for products with half-eaten fruits". Natürlich funktioniert es auch mit anderen Geräten, dann aber nur innerhalb (trotzdem nicht ganz eingehaltenen) USB-Spezifikation - also 500 mA. Besonders wenn man rechenlastige Dinge wie Navigation macht, kann da die Luft dünn werden.

Die Theorie

Um gut mit Android-Geräten zu funktionieren muss der Adapter umgebaut werden.

Bei dem Apple-Zeug müssen die USB-Datenleitungen D+ und D- über Spannungsteiler auf ca. VBus/2=2,5 V gebracht werden, wobei meines Wissens auch der Strom (und damit die Widerstandswerte) definiert sind. Bei Androiden müssen üblicherweise D+ und D- miteinander verbunden werden. Das könnte man auch mit einem Zwischenstecker oder umgebauten USB-Kabel machen, aber das ist langweilig und kann jeder.

Auf die Dose!

Geöffneter Ladeadapter

Hier beginnt auch schon das Problem: Das Gehäuse ist ziemlich gut verschlossen. Zwischen den Massefedern außen sieht man allerdings eine feine Naht, die einen Angriffspunkt darstellt.

Mit einem großen flachen Schraubendreher lassen sich die Gehäusehälften bei den Federn auch etwas auseinander biegen, mit sehr viel sanfter Gewalt kann man sich mit einem zweiten (feinen) Schraubendreher an der kompletten Kante entlang arbeiten. Am besten, man klemmt den Adapter in einen Schraubstock ein. Ich habe dabei (mal wieder) die Erfahrung gemacht, dass sich die Spitze von Schraubendrehern und Handinnenflächen nicht unbedingt vertragen (nach knapp 14 Tagen ist es immerhin wieder fast verheilt). Auf jeden Fall war das Teil damit auch geöffnet

Die Leiterplatte bekommt man am besten heraus, indem man ein USB-Kabel einsteckt, und vorsichtig (!) hebelt.

Zum Vorschein kommt folgendes Platinchen:

Sieht auf den ersten Blick gar nicht mal so übel aus. Nicht dieses Standard-biestige-MC34063-Design, sogar eine Polyfuse und Verpolungsschutz am Eingang wurden spendiert. Der Schaltwandler selbst (etwas anderes kann man sich aufgrund der relativ großen Induktivität, der dicken Diode und vor allem der ordentlichen 2 A am Ausgang nicht vorstellen) sitzt unter dem großen Masseblech und ermöglicht zusätzliche Wärmeabführung. Also auch mechanisch ganz nett designed.

Wie dem auch sei, nachdem auf der Oberseite keine Widerstände zu sehen sind, müssen sich diese unterm Blech befinden, also weg damit:

Umbau

Zum Vorschein kommt ein NT3875A von Noveltek, der laut Datenblatt genau für diesen Zweck gemacht ist. Unter der USB-Buchse befinden sich auch ein paar Widerstände, die mit den Datenleitungen verbunden sind. In der Schaltung gemessen ergibt sich\[R7 = \infty; R8 = 33,4 \textrm{ k}\Omega; R9 = 24,25 \textrm{ k}\Omega; R11 = 24,5 \textrm{ k}\Omega; R10 = 31,35 \textrm{ k}\Omega\]

Das Auslöten zeigt: Wer misst, misst mist und natürlich: Niemals im eingebauten Zustand messen! Denn tatsächlich verhalten sich die Widerstände wie folgt\[R7 = \infty; R8 = 75,2 \textrm{ k}\Omega; R9 = 43,1 \textrm{ k}\Omega; R11 = 50 \textrm{ k}\Omega; R10 = 50 \textrm{ k}\Omega\]

Im Endeffekt egal, denn sie kommen eh weg. Um D+ und D- zu verbinden, kann entweder R7 oder die oberen Pads von R8 und R9 gebrückt werden.

Da die unter dem USB-Port liegende LED deutlich blendet, wurde deren Vorwiderstand (R6) gleich durch einen etwas größeren (4,7 k) ersetzt. Weil ich nix in 0402 bzw. 0603 da hatte, musste dann halt ein querliegender Widerstand in der Baugröße 0805 herhalten:

Ans Handy geklemmt zieht das Teil bei 12 V Eingangsspannung 0,42 A, also gehen 5W (bei meinem etwas älteren HTC) in den Akku. Passt.

Zusammenbau

Der Zusammenbau ist relativ einfach - Metallbügel anlöten, im Gehäuse versenken und dieses verschließen.

Hier reicht stecken alleine nicht, es will geklebt werden. Mit 2-Komponenten-Kleber eine sichere Sache: Einmal an der Rundung entlang, etwas an den Gehäusekanten dran (nicht zu viel!) und an der "Spitze" sehr vorsichtig agieren! Läuft die Brühe bis zum Pinöpel vorne, kann es zu Kontaktproblemen kommen.

Mir ist es natürlich passiert - durch Drehen und vorsichtiges Drücken kann man ihn wieder frei bekommen. Besser ist es aber, es gar nicht so weit kommen zu lassen.