Unc2Clipboard – f..k me on GitHub

es ist natürlich „fork“ gemeint.

Ich habe mich lange gesträubt, einen Webservice für SCM (source code management) zu verwenden. Ok, ehrlich gesagt: für private Basteleien ist die Faulheit relativ groß, ein Werkzeug wie Subversion, Git oder Zip-Dateien zu verwenden.

Aber manchmal muss man einfach ein bisschen mit der Zeit gehen.

Das erste „vollständige“ Projekt ist ein kleines und hoffentlich praktisches Werkzeug für alle, die gemeinsam auf Netzwerkfreigaben auf Netzwerkfreigaben arbeiten: Unc2Clipboard.

Problemstellung: Man hat eine Ordnerfreigabe als Netzlaufwerk gemappt und möchte einen Link darauf teilen. Windows hat im Kontextmenü des Explorer zwar die Funktion „Als Pfad kopieren“ (man muss die Umschalttaste gedrückt halten, damit der Eintrag erscheint), allerdings hierbei wird der Pfad mit Laufwerksbuchstaben kopiert. Dieser funktioniert auf PC A, aber nicht zwangsläufig auf PC B.

Um Netzwerkressourcen zu adressieren benutzt Windows die Uniform Naming Convention, die unabhängig von lokalen Mappings funktioniert.

Lösung: Mit Unc2Clipboard wird ein neuer Eintrag im Kontextmenü erzeugt, mit dem der Pfad entsprechend formatiert und in die Zwischenablage kopiert werden kann:

Der Code ist unter https://github.com/chris-heo/Unc2Clipboard zu finden, für die Mutigen gibt es auch einen v1.0 Release mit Kompilat. Auch oder gerade weil der Code mit bestem Wissen und Gewissen zusammenkopiert wurde gilt: Benutzung auf eigene Gefahr.

Über Lang(weilig)e Artikel und Zeit.

Es ist ja schon fast obligatorisch, dass hier im Blog alle paar Jahre Warteschleifenmusik gespielt wird.

„Hinter den Kulissen geht einiges vor“ wäre momentan zumindest einer Nominierung für den lame excuse award würdig. Denn: so richtig viel passiert eigentlich nicht. Wir schreiben 2021, seit bald einem Jahr ist die Mehrheit bei mir in der Arbeit im HomeofficeMobile-Work-Modus – mit allen Vor- und Nachteilen: Das Pendeln fällt weg, man muss keine Hosen tragen und obwohl ich die Ruhe und obwohl ich es durchaus schätze, in Stille und deutlich konzentrierter (im starken Kontrast zum Großraumbüro) arbeiten zu können (bzw. zu dürfen, ein Privileg, das nicht alle haben), bin ich nach rund 8 Stunden gefühlt platter als sonst.

Ein Faktor ist sicher auch, dass man die meiste Zeit auf Glasscheiben starrt und sich nicht mehr erheben muss, um in Räumen über Dinge zu sprechen. Die einzig wahren Bildschirmpausen gibt es eigentlich nur, wenn man sich etwas zum Trinken holt oder dieses wieder wegbringen muss – selbst dabei die Wege kürzer als sonst und die Kaffeeecke als Hort der Sozialisierung fällt auch weg. Immerhin: Es gab den Vorschlag einer „virtual coffee corner“, oder dass man MS Teams auch mal in der Mittagspause zum „distant socializing“ verwenden kann. Leider (oder zum Glück) können Headset und Webcam reale Team- und Sozialkontakte nicht ersetzen.

Aber um das soll es nicht gehen. Gehen… Ja, ich habe gemerkt, dass ich mich tagsüber deutlich weniger bewege, deswegen wurde die Pendelzeit durch anderweitige Bewegung ersetzt: im Sommer auf zwei Rädern, jetzt im Winter (wenn auch nicht ganz so regelmäßig) auf zwei Beinen. Nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist. Ohne nochmals abschweifen zu wollen: Mein Bastelzimmer ist nun auch mein Mobiles-Arbeiten-Büro, das etwas grüner, ergonomischer und (noch) vollgestopfter mit Technik ist. Trotzdem hat es ein bisschen den „Abstreif- bzw. hier-mache-ich-was-ich-will-Effekt“ verloren. Zugegeben: Das ist Klagen auf dem verdammt hohen Niveau, aber diese 15 m² werden wohl nicht die gleichen wie vor 2020 sein.

Deshalb und weil meine aktuelle Tätigkeit in und für die Arbeit mitunter anstrengend ist, bleibt – neben den anderen Dingen des Lebens – oft nicht mehr viel Zeit und Lust für Hobbys übrig.

Aber nun endgültig zurück zum eigentlichen Thema: Hinter den Kulissen geht zumindest ein bisschen etwas vor sich. Irgendwo habe ich gelesen, dass man sich zur Bewältigung von Prokrastination mit zwei Projekten beschäftigen sollte: Wenn man eines vor sich her schiebt, kann man am anderen weiterarbeiten. Zwei? Naja, eher zwanzig. Das Problem ist: viele interessante Dinge, ab einem bestimmten Punkt kommt man nicht weiter: „der nächste bitte!“ und wieder ein Projekt das man „später“ weiter/fertig machen will.

In Hinblick auf die Veröffentlichung fände ich es sehr unbefriedigend, nur halbwegs in sich geschlossene Themen zu haben. Einfach nur Schaltplan und Layout rauszuhauen kann funktionieren, aber das ist nicht mein Anspruch. Mein Ziel ist es, die Entstehung mit Designentscheidungen zu erklären, ein bisschen auf die Funktionsweise einzugehen und – was ich u. a. im Studium wahnsinnig vermisst habe: (mögliche) Probleme/Fehler finden, verstehen, beseitigen und dann evtl. sogar einer nicht in der Sache bewanderten Person erklären zu können. Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass das eine mitunter wichtige Kompetenz für einen Entwickler ist (auch weil man durchaus in die Situation kommt, Vorgesetzten oder Kunden überzeugen zu müssen, warum man etwas teurer als unbedingt nötig machen will, warum die Entwicklung länger dauert, obwohl es schon „funktioniert“, etc…).

8 Abschnitte und noch immer nicht am Ziel? Jetzt aber: Da ich momentan einmal mehr den Artikel für den VBus-Decoder überarbeite (Verbesserungsvorschläge eines Lesers, Fehler in der Schaltung), stellt sich mir die Frage: wie kann man einen Artikel „würdevoll“ historisch wachsen lassen und gleichzeitig nur korrekte Informationen präsentieren (Schaltpläne, Teilelisten, Oszillogramme), ohne die Erkenntnisse aus Unzulänglichkeiten und Fehlern zu verlieren? Zugleich sollte die Artikellänge aber nicht abschreckender als unbedingt nötig werden (12 A4-Seiten für den VBus-Decoder-Artikel sind ordentlich), aber unnötiges Geklicke in einer Artikelserie vermieden werden.

Etwas richtig cleveres ist mir noch nicht eingefallen. „Wasch mich, mach mich aber nicht nass“ passt hier wohl am besten.

Folgende Möglichkeiten sehe ich:

  1. Vollchronologischer Aufbau: oben alt, unten neu – viel zu lesen
  2. Pro Entwicklungsphase eine Seite, ähnlich wie ein Blog
  3. TL;DR-Prinzip: Aktuellste Informationen oben, alte Versionen/Schritte wie in einem Changelog unten
  4. Eine Basisseite, mehrere Artikel/Seiten für die Varianten (beim VBus z. B.: PC-Version, Nano, Pi) mit integrierter Historie
  5. Eine Basisseite aller Varianten, Historie auf Unterseite(n)
  6. Radikalkur: nur noch den aktuellsten Stand, keine Historie

Jede Option hat Vor- und Nachteile. Die „Geschichte“ der Entwicklung möchte ich aus oben genannten Gründen eigentlich nicht ganz weglassen, eine Radikalkur wird es deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Auch wenn Kommentare hier leider sehr selten sind: Was meint ihr? Ihr seid die Zielgruppe, also wie hättet ihr es am gerne? Einfach in die Kommentare packen oder schreibt einfach eine Mail. Ich freue mich über jeden Vorschlag!

#Kundenbindung

Bei vielen Online-Bestellungen kann man zusätzlich noch eine Bemerkung angeben. Meistens bleibt es leer, weil es einfach nichts zu sagen gibt.

Manche Firmen ignorieren es auch einfach, wie ich aktuell bei einer Bestellung bei einem sehr großen Bauteile-Distri feststellen durfte. Aber es gibt auch welche, bei denen es gelesen und auch nicht ganz ernst gemeinte Hinweise umgesetzt werden – wie bei Welectron:

War zwar nur eine Kleinigkeit, aber ich hoffe es hat dort genauso eine kleine Freude bereitet wie mir 😉

Warum man Tek/Keithley seine komplette Adresse + Telefonnummer angeben muss, um ein Firmwareupdate zu bekommen, das älter als das Herstellungsdatum des Geräts selbst ist, muss man nicht ganz verstehen. Laut Website because USA (Exportbeschränkungen).

Zumindest gab es beim Update einen Tippfehler an der richtigen Stelle:

Domo Arigato, Mr. Rebootto.

AltGr+M/Strg+Alt+M != µ

Da will man einmal in Jubeljahren ein µ (My, Mikro) eingeben und dann passiert – nichts.

Ist das Tastatur-Layout falsch? Hat ein Windows-Update was zerschossen? Google auf und los: ein Verdächtiger ist nVidias Geforce Experience. Da ich es nicht benötige, ist es auch nicht installiert.

Ein anderer Tipp auf Stackoverflow/Superuser ist, über Spy++ (einem Tool aus Visual Studio) die WM_HOTKEY-Messages zu lesen. In VS2019 Community ist das – zumindest wenn man nur den C#-Teil installiert – nicht mehr dabei, aber in einem Backup vom alten Rechner habe ich noch eine 32-Bit-Version. Dort wird aber auch nichts angezeigt. Die 64-Bit-Variante habe ich leider nicht herumliegen.

Ziel ist das zwar die WM_HOTKEY-Message, um scrollen zu ersparen, kann man aber auch gleich alle Keyboard-Events erfassen

Eher als Verzweiflungstat öffne ich einfach mal den Sysinternals Process Monitor. Da sollte man doch auch etwas sehen können.

Ich habe weder einen Screenshot noch den genauen Dateiname aber es war Macrium Reflect, das ich vor einer Weile zum Klonen einer Festplatte auf SSD verwendete. Die zwei oder drei Hintergrunddienste habe ich zwar deaktiviert, aber wohl etwas übersehen.

In den Einstellungen war auf die Schnelle nichts in Richtung Global Hotkey zu finden aber nachdem ich das Tool nicht allzu oft brauche, kann es auch einfach deinstalliert werden – und siehe da: noch während die Deinstallation funktionierte die Tastenkombination wieder 🙂

Falls jemand mal eines braucht – hier gibt es nun (je nachdem, wie es umgebrochen wird auch zwei oder nicht ganz) eine ganze Zeile voller „My“s:

µµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµµ

Achja: Seit Windows 10 kann ich nun auch endlich meinen Nachnamen vernünftig in groß schreiben – machte man aus dem kleinen ß früher noch ein SS, kann man nun mit Strg+Alt+Shift+ß ein großes „Eszett“ erzeugen: ẞ

Wirklich gebracht habe ich es allerdings noch nicht.

Zweiundvierzig

Jeder kennt sie, viele hassen sie – „Sicherheitsfragen“. Eine solche sollte ich heute beim Besuch des Kundencenters der Telekom einrichten.

Die Frage selbst kann man in aller Regel nicht frei wählen, die Antworten dieser Fragen lassen sich oft durch Social Engineering erarbeiten.

Aber die Telekom hat auch eine Frage im Katalog, deren Antwort eigentlich schon vor-ausgefüllt sein könnte:

Sicherheitsfrage „Wie lautet die Antwort auf die Frage aller Fragen?“

Ich frage mich tatsächlich und ehrlich, wie oft hier „Zweiundvierzig“ eingegeben wird (und ob die Eingabe zulässig ist). Liest hier jemand von der Telekom mit, der zugriff hat und mal eine Statistik rauslassen könnte?

Allgemein ist Passwortsicherheit ein Thema für sich. Viele IT-Abteilungen erfordern fordern z. B. einen sehr engen Wechselzyklus und Anforderungen wie Groß- & Kleinschreibung, Zahlen, Sonderzeichen, ein kyrillisches Zeichen, zwei Hiragana-Zeichen, eine persische Zahl und ein Emoji. Grund: weil es sicherer ist.

Ich bin eher der Meinung, dass es ziemlich großer Unsinn ist. Passwortüberprüfungen erfolgen nicht nach dem Prinzip des Spiels Mastermind. Es gibt entweder ein true oder ein false und nicht, ob und wie viele Zeichen richtig sind. Zudem lässt ein häufiger Passwortwechsel die Leute unkreativ werden. Dann gibt es Stammpasswörter mit einer Variablen wie das Datum des Passwortwechsels oder es steigt ganz einfach die Gefahr, dass das Passwort irgendwo notiert wird. An der Stelle möchte ich nicht wissen, von wie vielen das Passwort nicht nur unter der Tastatur klebt, sondern gleich Cherry oder Logitech verwendet wurde.

Auch habe ich schon viel zu oft gehört und gelesen, dass man als Passwort die ersten Buchstaben eines Satzes verwenden und noch eine Leetspeak-Zahl und ein Sonderzeichen reinnehmen soll. Beispiel: Das ist das Haus vom Nikolaus: DidHvN, mit Zahl dann D1dHvN. Mit dem erstbesten gefundenen Passwort-Crack-Estimater liegt das erste Passwort bei 6 Sekunden, das zweite bei 20 Sekunden. Würde man den kompletten Satz als Passwort nehmen, läge man bei 7,2*10^38 Jahren. Wie gesagt, unter der Annahme, dass die Passwortprüfung nur ein true/false zurückgibt. Ein kompletter Satz ist beim „Shouldersurfing“ vermutlich nicht ganz so gut, da man es in diesem Fall etwas einfacher als scheinbar zufällige Tastendrücke rekonstruieren kann – aber: das ist zusätzliche Information. Da der Aufwand bei Bruteforce-Attacken mit der Länge des Passworts exponentiell steigt, ist es von Nachteil, kurze, komplexe Passwörter zu verwenden.

Aber solche Angriffe sind mittlerweile eh langweilig – spätestens nach dem 10. Fehlversuch dürfte/sollte jedes Formular für eine Weile dicht machen. Kritischer ist heute nicht mehr das Passwort selbst, sondern die Person, die es eingibt.

Ein Passwort für alle Dienste, ungesichert gespeicherte Passwörter im Browser und ganz vorneweg: Zeug anklicken. Das Konto muss verifiziert werden? Klick. Unaufgeforderte Passwortwiederherstellung? Klick. Irgendwas gewonnen und man muss sich mit den Credentials der Seite einloggen, auf der die Werbung stand? Die Liste der Möglichkeiten ist lang.

Meine Strategie: Lallo-Passwörter liegen im (gesicherten) Passwortmanager, die wichtigeren (bei denen etwas bei einem Leak kaputt gehen könnte) existieren nur im Kopf. Dazu noch 2FA wo es möglich und sinnvoll ist. Zudem genau schauen, wo man denn nun sein Passwort eingibt.

Hier schlägt auch der Vorteil eines Passwortmanagers, der im Browser integriert ist, zu: Der schlägt den einzugebenden Login erst einmal nur auf den legitimen Domains vor, was schon sehr hilfreich sein kann.

Bei der Sicherheitsfrage von der Telekom habe ich übrigens einen zufällig generierten Text eingetragen, auch wenn DIE ANTWORT aller Fragen verlockend gewesen wäre. Wobei der Kenner weiß: Es ist nicht die Antwort, es ist die Frage.

Homeoffice oder: der dumme USB Sharing Switch

Seit Mitte März arbeite ich nun durchgehend zu Hause.

Damit es keine Doppelbelegung gibt und auch der Laborplatz verwendet werden kann, hängt das Arbeitsnotebook an meiner restlichen Peripherie. Die ersten Tage bin ich jeden Tag noch zweimal unter den Tisch, um die DisplayPort-Stecker von PC zu Notebook und wieder zurückzustecken. Recht schnell kam dabei der Gedanke: für wie viele Zyklen sind die Konnektoren überhaupt gemacht?

Leider hat das Dock vom Arbeitsgerät nur VGA (für 1440p eine Zumutung) und 2x DP. Aber: das Notebook selbst hat zumindest einen HDMI und meine Bildschirme jeweils auch. Mein uraltes Thinkpad hatte doch auch (nur) Displayport und alles, woran man es damals anschließen wollte, hatte wenn dann nur HDMI – also kam mal ein Adapter ins Haus.

Nun muss nur noch, Maus, Tastatur, Mikrofon und Kamera umgesteckt werden. Um nicht alles einzeln zu machen hängen alle Geräte an einem USB-Hub. Auch wenn es jetzt deutlich bequemer ist, unter den Tisch muss man trotzdem noch.

Aber auch das Problem lässt sich lösen. Für eine alte Bastelei hatte ich noch einen USB-Schalter – den auf Umschalter umzubauen, dazu noch mit vernünftigem Power select (keine Rückströme), dürfte ziemlich unangenehm sein. Glücklicherweise gibt es so etwas im Austausch kleine bunte Papierstreifen nach Hause geliefert:

USB-Umschalter „Auto Sharing Switch“

2 Buchsen für den PC, eine (verbogene) für ein Gerät, zwei Tasten. Einfach wie effektiv. Bei den Kosten und aus reiner Neugierde kann man schon einmal einen Blick ins Innere werfen. Zunächst die Unterseite:

Leiterkarte des USB-Umschalters von unten

Hmm, mit lecker Kruste sowie Hotfix (rechts oben) und ein bisschen Lötzinn an der USB-Buchse als Beilage. Das kann oben nur besser werden…

Oberseite des USB-Umschalters

Ok, das Teil heißt also FJ-U02S und stammt von www.fj-gear.com und sieht soweit gar nicht mal so gut aus – man beachte den Bereich rechts unten – da ist wohl mal der Schraubendreher (oder Hammer?) ausgerutscht…

Noch einmal ein bisschen näher:

Was um alles in der Welt haben die in der Fabrik mit dem Teil angestellt? Es fehlen Pads von 5 Bauteilen und der Hotfix macht es auch nicht besser… Die beiden Widerstände sind übrigens 1k. Der C war warscheinlich ein kläglicher Versuch, noch irgendwas am Ausgang zu filtern. Der kann von mir aus weg bleiben. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, die Leitungen noch ein bisschen zu verstärken.

Der Transistor schaltet übrigens die Versorgung des angeschlossenen Devices – auch dank der Dioden in Reihe mit VBUS von den Hosts ist es nicht ratsam, ein Gerät das sich über USB versorgt anzuschließen – zumindest ohne aktivem USB-Hub. Ohne Last habe ich am Ausgang knapp 4,3 V gemessen (obwohl es nach Marking Schottky-Dioden sein sollten).

Ansonsten finden sich folgende Hauptkomponenten auf dem Board:

  • WCH CH440G – Analog-Switch (PDF-Link nach China)
  • WCH CH9882 – Vermutlich ein Mikrocontroller mit USB
  • OnSemi NC7SZ32 – TinyLogic OR-Gate
  • NXP 74HC123D – Dual retriggerable monostable multivibrator with reset
  • ST LM358 – Operationsverstärker

Warum das Teil einen Mikrocontroller hat? Vermutlich aus dem gleichen Grund, warum eine CD beiliegt: Damit man vom (nicht verbundenen) PC aus den Host umschalten kann. Ich war so mutig/dumm und habe die Software installiert – allerdings tut sich soweit gar nichts.

Das Gerät meldet sich mit VID 0x1A86 und PID 0xE040 als HID an und hat sonst keinerlei Beschreibungen. Laut HID-Descriptor hat es eine Reportlänge (in und out) von 9 Byte (inkl. Report ID). Wer sich für mehr interessiert, hier mal der komplette Dump aus USB Device Tree Viewer

Leider ist das Teil nicht intelligent genug, auf den Host umzuschalten, der gerade aktiv ist (wenn der andere aus ist). Damit könnte das Teil einfach unsichtbar unterm Schreibtisch verschwinden.

Unterm Strich sieht mein Setup nun ungefähr wie folgt aus:

Einzig der (powered) USB-Hub muss manchmal aus- und wieder eingeschaltet werden, wenn die Einschaltreihenfolge der Stromversorgung und PC nicht passt. Aber vielleicht findet sich dafür auch eine sinnvolle Lösung 🙂

Beim Schreiben des Beitrags ist mir übrigens aufgefallen, dass Video auch gänzlich übers Dock funktionieren dürfte, da die Grafikkarte am PC auch einen HDMI hat. Also: 1x DP und 1x HDMI jeweils vom PC & Notebook. Solange ich aber nicht spontan zwischen Homeoffice und Arbeitsplatz wechsle bleibt es erst einmal so wie es ist.

15 Jahre

Wenn die Chronik nicht lügt, gibt es hobbyelektronik.org nun seit 15 Jahren. Wie doch die Zeit vergeht.

Zum Geburtstag gibt es deshalb auch eine kleine Neuerung: Das Wiki ist jetzt wieder auf einer aktuelleren Version und hat auch einen neuen Anstrich bekommen. Auf großen Bildschirmen nimmt es nun zwar nicht mehr die gesamte Breite ein, dafür passt es nun auf kleinen Bildschirmen besser. Insgesamt sollte die Lesbarkeit nun verbessert sein.

Ein netter Nebeneffekt ist, dass die Seite (gefühlt) etwas schneller reagiert.

Fehlt etwas oder ist was kaputt? Gefällt es euch nicht? Bitte gebt mir einfach Bescheid 🙂

A-GPS für die Canon SX280

Manchmal muss man alte Beiträge nochmal ausgraben.

Canon hat letztes Jahr angekündigt, ab 1. Januar 2020 keine A-GPS-Daten mehr für die SX280 anzubieten. Diese ermöglichten, einen Cold Start des GNSS-Empfängers auf wenige Sekunden zu verkürzen. Die Meldung ging an mir komplett vorbei, nicht aber Andreas, von dem der Hinweis kam.

Er konnte auch direkt bestätigen, dass auf den Servern von Canon die Datei zwar noch angeboten wir, der Inhalt aber einen Stand vom 05.01.2020 aufweist.

Um es kurz zu machen: Zum Stand meines alten Artikels hat der Download von http://epodownload.mediatek.com/EPO.DAT funktioniert und entsprach der Datei \DCIM\CANONMSC\GPS\CAGM01.EED auf der Speicherkarte der Kamera. Das ist auch heute noch so.

Keine Ahnung, was man mit dieser Information anfangen kann…

Zugegebenermaßen: die olle Knipse verwende ich nicht mehr wirklich, hat sich im Urlaub vor zwei Jahren aber noch ganz passabel als Notfallkamera und vor allem als GPS-Logger bewährt.

GPS-Logging habe ich bisher nicht mit dem Telefon gemacht, da es zumindest früher immer wahnsinnig Akku gesaugt hat – aber auch hier hat Andreas einen Tipp: https://gpslogger.app – ohne, dass ich es bis jetzt getestet habe.

Noch ein weiterer Hinweis von ihm:

[…] scheint täglich um 05:55

(tDiff +6h, dh kurz vor TW-Mitternacht!?) upgedatet zu werden.

Info zur Struktur der Datei gefunden:

https://github.com/mru00/crane_gps_watch/tree/master/snoops

[…]

Noch eine andere Anmerkung (meinerseits) zur Thematik: „It’s all fun and games, until they shut down the servers.“ – Bei enorm vielen neuen Geräten sind Dienste im Internet mehr oder weniger zwingend erforderlich oder ein Teil des Produkts – wie man schon ein paar Mal gesehen hat und in Zukunft noch viel öfter sehen wird: irgendwann ist das Zeug zu legacy oder schlicht und ergreifend die Firma hinter dem Produkt zu Pleite und die Investition ist verloren.

Daher ist meine Meinung: Wenn ein Produkt nicht mehr unterstützt oder gar begraben wird, sollte es oder deren Services an die Community übergegeben werden. Der IP (intellectual property) ist für den Hersteller eh nicht mehr interessant oder zumindest überholt und so kann Landfill und Sicherheitslücken vermieden und die die Kunden bei Laune gehalten werden. Natürlich entspricht das nicht dem Ziel gewinnorientierter Firmen, deswegen sollte hier auch etwas aus der Regierung kommen.

Lageerkennung als MEMS noch teuer war (Part 2)

Weil die Teile der anderen Kamera doch noch herausgekommen sind, so hat es Canon früher bei den EOS gemacht:

Die gezeigte Fläche zeigt nach unten (in Richtung Stativgewinde)

Die beiden Bauteile auf der „Origami FPC“ erwecken schon den Eindruck von Gabellichtschranken. Setzt man den Schraubendreher an, kann man den Deckel öffnen und sieht dann sogleich die Plastikkugel, die je nach Lage den Lichtstrahl unterbricht: