AVR, ferngesteuert

Die AVRs der 0/1-Serie verwenden zum Programmieren und Debuggen UPDI, welches etwas vereinfacht gesprochen ein auf UART basierendes Protokoll ist.

Dementsprechend hat es nicht lange gedauert, bis es pyupdi entstanden ist. Mit diesem Tool bzw. Library reicht eine serielle Schnittstelle vom PC (mit TTL-Level) und ein Widerstand, um Programmcode auf den Mikrocontroller zu bekommen.

Neben den Programmierfunktionen bietet die Schnittstelle ebenfalls die Möglichkeit zu Debuggen. Zu dem Funktionsumfang gehört gleichermaßen das Auslesen und Schreiben von Registern. Warum das nicht einfach nutzen, um direkt über den PC die Ports und Peripherie-Module des Chips zu verwenden?

Das Schreiben und Lesen im Adressraum der CPU sind gut dokumentiert, der einzige Haken ist, dass eine etwaig geflashte Firmware weiterläuft und einem die Suppe versalzen kann (oder andersrum). Zum Debuggen gehört natürlich auch, die Ausführung der CPU anzuhalten, wozu ich allerdings keine Dokumentation bzw. Informationen finden konnte. Aber macht nichts, einiges vom Protokoll ist ja bekannt und ein bisschen Reverse Engineering bin ich ja nicht abgeneigt. Unterm Strich ist es anscheinend recht trivial: Es muss ein Key geschrieben werden und in ein „reserviertes“ Control-Register eine 1 zum Anhalten und eine 2 zum Ausführen schreiben.

Mehr Details und ein kurzes Demo-Video ist im updizombie-Repository zu finden.

Über Lang(weilig)e Artikel und Zeit.

Es ist ja schon fast obligatorisch, dass hier im Blog alle paar Jahre Warteschleifenmusik gespielt wird.

„Hinter den Kulissen geht einiges vor“ wäre momentan zumindest einer Nominierung für den lame excuse award würdig. Denn: so richtig viel passiert eigentlich nicht. Wir schreiben 2021, seit bald einem Jahr ist die Mehrheit bei mir in der Arbeit im HomeofficeMobile-Work-Modus – mit allen Vor- und Nachteilen: Das Pendeln fällt weg, man muss keine Hosen tragen und obwohl ich die Ruhe und obwohl ich es durchaus schätze, in Stille und deutlich konzentrierter (im starken Kontrast zum Großraumbüro) arbeiten zu können (bzw. zu dürfen, ein Privileg, das nicht alle haben), bin ich nach rund 8 Stunden gefühlt platter als sonst.

Ein Faktor ist sicher auch, dass man die meiste Zeit auf Glasscheiben starrt und sich nicht mehr erheben muss, um in Räumen über Dinge zu sprechen. Die einzig wahren Bildschirmpausen gibt es eigentlich nur, wenn man sich etwas zum Trinken holt oder dieses wieder wegbringen muss – selbst dabei die Wege kürzer als sonst und die Kaffeeecke als Hort der Sozialisierung fällt auch weg. Immerhin: Es gab den Vorschlag einer „virtual coffee corner“, oder dass man MS Teams auch mal in der Mittagspause zum „distant socializing“ verwenden kann. Leider (oder zum Glück) können Headset und Webcam reale Team- und Sozialkontakte nicht ersetzen.

Aber um das soll es nicht gehen. Gehen… Ja, ich habe gemerkt, dass ich mich tagsüber deutlich weniger bewege, deswegen wurde die Pendelzeit durch anderweitige Bewegung ersetzt: im Sommer auf zwei Rädern, jetzt im Winter (wenn auch nicht ganz so regelmäßig) auf zwei Beinen. Nicht nur für den Körper, sondern auch für den Geist. Ohne nochmals abschweifen zu wollen: Mein Bastelzimmer ist nun auch mein Mobiles-Arbeiten-Büro, das etwas grüner, ergonomischer und (noch) vollgestopfter mit Technik ist. Trotzdem hat es ein bisschen den „Abstreif- bzw. hier-mache-ich-was-ich-will-Effekt“ verloren. Zugegeben: Das ist Klagen auf dem verdammt hohen Niveau, aber diese 15 m² werden wohl nicht die gleichen wie vor 2020 sein.

Deshalb und weil meine aktuelle Tätigkeit in und für die Arbeit mitunter anstrengend ist, bleibt – neben den anderen Dingen des Lebens – oft nicht mehr viel Zeit und Lust für Hobbys übrig.

Aber nun endgültig zurück zum eigentlichen Thema: Hinter den Kulissen geht zumindest ein bisschen etwas vor sich. Irgendwo habe ich gelesen, dass man sich zur Bewältigung von Prokrastination mit zwei Projekten beschäftigen sollte: Wenn man eines vor sich her schiebt, kann man am anderen weiterarbeiten. Zwei? Naja, eher zwanzig. Das Problem ist: viele interessante Dinge, ab einem bestimmten Punkt kommt man nicht weiter: „der nächste bitte!“ und wieder ein Projekt das man „später“ weiter/fertig machen will.

In Hinblick auf die Veröffentlichung fände ich es sehr unbefriedigend, nur halbwegs in sich geschlossene Themen zu haben. Einfach nur Schaltplan und Layout rauszuhauen kann funktionieren, aber das ist nicht mein Anspruch. Mein Ziel ist es, die Entstehung mit Designentscheidungen zu erklären, ein bisschen auf die Funktionsweise einzugehen und – was ich u. a. im Studium wahnsinnig vermisst habe: (mögliche) Probleme/Fehler finden, verstehen, beseitigen und dann evtl. sogar einer nicht in der Sache bewanderten Person erklären zu können. Ich würde sogar wagen zu behaupten, dass das eine mitunter wichtige Kompetenz für einen Entwickler ist (auch weil man durchaus in die Situation kommt, Vorgesetzten oder Kunden überzeugen zu müssen, warum man etwas teurer als unbedingt nötig machen will, warum die Entwicklung länger dauert, obwohl es schon „funktioniert“, etc…).

8 Abschnitte und noch immer nicht am Ziel? Jetzt aber: Da ich momentan einmal mehr den Artikel für den VBus-Decoder überarbeite (Verbesserungsvorschläge eines Lesers, Fehler in der Schaltung), stellt sich mir die Frage: wie kann man einen Artikel „würdevoll“ historisch wachsen lassen und gleichzeitig nur korrekte Informationen präsentieren (Schaltpläne, Teilelisten, Oszillogramme), ohne die Erkenntnisse aus Unzulänglichkeiten und Fehlern zu verlieren? Zugleich sollte die Artikellänge aber nicht abschreckender als unbedingt nötig werden (12 A4-Seiten für den VBus-Decoder-Artikel sind ordentlich), aber unnötiges Geklicke in einer Artikelserie vermieden werden.

Etwas richtig cleveres ist mir noch nicht eingefallen. „Wasch mich, mach mich aber nicht nass“ passt hier wohl am besten.

Folgende Möglichkeiten sehe ich:

  1. Vollchronologischer Aufbau: oben alt, unten neu – viel zu lesen
  2. Pro Entwicklungsphase eine Seite, ähnlich wie ein Blog
  3. TL;DR-Prinzip: Aktuellste Informationen oben, alte Versionen/Schritte wie in einem Changelog unten
  4. Eine Basisseite, mehrere Artikel/Seiten für die Varianten (beim VBus z. B.: PC-Version, Nano, Pi) mit integrierter Historie
  5. Eine Basisseite aller Varianten, Historie auf Unterseite(n)
  6. Radikalkur: nur noch den aktuellsten Stand, keine Historie

Jede Option hat Vor- und Nachteile. Die „Geschichte“ der Entwicklung möchte ich aus oben genannten Gründen eigentlich nicht ganz weglassen, eine Radikalkur wird es deshalb mit großer Wahrscheinlichkeit nicht geben.

Auch wenn Kommentare hier leider sehr selten sind: Was meint ihr? Ihr seid die Zielgruppe, also wie hättet ihr es am gerne? Einfach in die Kommentare packen oder schreibt einfach eine Mail. Ich freue mich über jeden Vorschlag!

#Kundenbindung

Bei vielen Online-Bestellungen kann man zusätzlich noch eine Bemerkung angeben. Meistens bleibt es leer, weil es einfach nichts zu sagen gibt.

Manche Firmen ignorieren es auch einfach, wie ich aktuell bei einer Bestellung bei einem sehr großen Bauteile-Distri feststellen durfte. Aber es gibt auch welche, bei denen es gelesen und auch nicht ganz ernst gemeinte Hinweise umgesetzt werden – wie bei Welectron:

War zwar nur eine Kleinigkeit, aber ich hoffe es hat dort genauso eine kleine Freude bereitet wie mir 😉

Warum man Tek/Keithley seine komplette Adresse + Telefonnummer angeben muss, um ein Firmwareupdate zu bekommen, das älter als das Herstellungsdatum des Geräts selbst ist, muss man nicht ganz verstehen. Laut Website because USA (Exportbeschränkungen).

Zumindest gab es beim Update einen Tippfehler an der richtigen Stelle:

Domo Arigato, Mr. Rebootto.

Homeoffice oder: der dumme USB Sharing Switch

Seit Mitte März arbeite ich nun durchgehend zu Hause.

Damit es keine Doppelbelegung gibt und auch der Laborplatz verwendet werden kann, hängt das Arbeitsnotebook an meiner restlichen Peripherie. Die ersten Tage bin ich jeden Tag noch zweimal unter den Tisch, um die DisplayPort-Stecker von PC zu Notebook und wieder zurückzustecken. Recht schnell kam dabei der Gedanke: für wie viele Zyklen sind die Konnektoren überhaupt gemacht?

Leider hat das Dock vom Arbeitsgerät nur VGA (für 1440p eine Zumutung) und 2x DP. Aber: das Notebook selbst hat zumindest einen HDMI und meine Bildschirme jeweils auch. Mein uraltes Thinkpad hatte doch auch (nur) Displayport und alles, woran man es damals anschließen wollte, hatte wenn dann nur HDMI – also kam mal ein Adapter ins Haus.

Nun muss nur noch, Maus, Tastatur, Mikrofon und Kamera umgesteckt werden. Um nicht alles einzeln zu machen hängen alle Geräte an einem USB-Hub. Auch wenn es jetzt deutlich bequemer ist, unter den Tisch muss man trotzdem noch.

Aber auch das Problem lässt sich lösen. Für eine alte Bastelei hatte ich noch einen USB-Schalter – den auf Umschalter umzubauen, dazu noch mit vernünftigem Power select (keine Rückströme), dürfte ziemlich unangenehm sein. Glücklicherweise gibt es so etwas im Austausch kleine bunte Papierstreifen nach Hause geliefert:

USB-Umschalter „Auto Sharing Switch“

2 Buchsen für den PC, eine (verbogene) für ein Gerät, zwei Tasten. Einfach wie effektiv. Bei den Kosten und aus reiner Neugierde kann man schon einmal einen Blick ins Innere werfen. Zunächst die Unterseite:

Leiterkarte des USB-Umschalters von unten

Hmm, mit lecker Kruste sowie Hotfix (rechts oben) und ein bisschen Lötzinn an der USB-Buchse als Beilage. Das kann oben nur besser werden…

Oberseite des USB-Umschalters

Ok, das Teil heißt also FJ-U02S und stammt von www.fj-gear.com und sieht soweit gar nicht mal so gut aus – man beachte den Bereich rechts unten – da ist wohl mal der Schraubendreher (oder Hammer?) ausgerutscht…

Noch einmal ein bisschen näher:

Was um alles in der Welt haben die in der Fabrik mit dem Teil angestellt? Es fehlen Pads von 5 Bauteilen und der Hotfix macht es auch nicht besser… Die beiden Widerstände sind übrigens 1k. Der C war warscheinlich ein kläglicher Versuch, noch irgendwas am Ausgang zu filtern. Der kann von mir aus weg bleiben. Trotzdem habe ich es mir nicht nehmen lassen, die Leitungen noch ein bisschen zu verstärken.

Der Transistor schaltet übrigens die Versorgung des angeschlossenen Devices – auch dank der Dioden in Reihe mit VBUS von den Hosts ist es nicht ratsam, ein Gerät das sich über USB versorgt anzuschließen – zumindest ohne aktivem USB-Hub. Ohne Last habe ich am Ausgang knapp 4,3 V gemessen (obwohl es nach Marking Schottky-Dioden sein sollten).

Ansonsten finden sich folgende Hauptkomponenten auf dem Board:

  • WCH CH440G – Analog-Switch (PDF-Link nach China)
  • WCH CH9882 – Vermutlich ein Mikrocontroller mit USB
  • OnSemi NC7SZ32 – TinyLogic OR-Gate
  • NXP 74HC123D – Dual retriggerable monostable multivibrator with reset
  • ST LM358 – Operationsverstärker

Warum das Teil einen Mikrocontroller hat? Vermutlich aus dem gleichen Grund, warum eine CD beiliegt: Damit man vom (nicht verbundenen) PC aus den Host umschalten kann. Ich war so mutig/dumm und habe die Software installiert – allerdings tut sich soweit gar nichts.

Das Gerät meldet sich mit VID 0x1A86 und PID 0xE040 als HID an und hat sonst keinerlei Beschreibungen. Laut HID-Descriptor hat es eine Reportlänge (in und out) von 9 Byte (inkl. Report ID). Wer sich für mehr interessiert, hier mal der komplette Dump aus USB Device Tree Viewer

Leider ist das Teil nicht intelligent genug, auf den Host umzuschalten, der gerade aktiv ist (wenn der andere aus ist). Damit könnte das Teil einfach unsichtbar unterm Schreibtisch verschwinden.

Unterm Strich sieht mein Setup nun ungefähr wie folgt aus:

Einzig der (powered) USB-Hub muss manchmal aus- und wieder eingeschaltet werden, wenn die Einschaltreihenfolge der Stromversorgung und PC nicht passt. Aber vielleicht findet sich dafür auch eine sinnvolle Lösung 🙂

Beim Schreiben des Beitrags ist mir übrigens aufgefallen, dass Video auch gänzlich übers Dock funktionieren dürfte, da die Grafikkarte am PC auch einen HDMI hat. Also: 1x DP und 1x HDMI jeweils vom PC & Notebook. Solange ich aber nicht spontan zwischen Homeoffice und Arbeitsplatz wechsle bleibt es erst einmal so wie es ist.

A-GPS für die Canon SX280

Manchmal muss man alte Beiträge nochmal ausgraben.

Canon hat letztes Jahr angekündigt, ab 1. Januar 2020 keine A-GPS-Daten mehr für die SX280 anzubieten. Diese ermöglichten, einen Cold Start des GNSS-Empfängers auf wenige Sekunden zu verkürzen. Die Meldung ging an mir komplett vorbei, nicht aber Andreas, von dem der Hinweis kam.

Er konnte auch direkt bestätigen, dass auf den Servern von Canon die Datei zwar noch angeboten wir, der Inhalt aber einen Stand vom 05.01.2020 aufweist.

Um es kurz zu machen: Zum Stand meines alten Artikels hat der Download von http://epodownload.mediatek.com/EPO.DAT funktioniert und entsprach der Datei \DCIM\CANONMSC\GPS\CAGM01.EED auf der Speicherkarte der Kamera. Das ist auch heute noch so.

Keine Ahnung, was man mit dieser Information anfangen kann…

Zugegebenermaßen: die olle Knipse verwende ich nicht mehr wirklich, hat sich im Urlaub vor zwei Jahren aber noch ganz passabel als Notfallkamera und vor allem als GPS-Logger bewährt.

GPS-Logging habe ich bisher nicht mit dem Telefon gemacht, da es zumindest früher immer wahnsinnig Akku gesaugt hat – aber auch hier hat Andreas einen Tipp: https://gpslogger.app – ohne, dass ich es bis jetzt getestet habe.

Noch ein weiterer Hinweis von ihm:

[…] scheint täglich um 05:55

(tDiff +6h, dh kurz vor TW-Mitternacht!?) upgedatet zu werden.

Info zur Struktur der Datei gefunden:

https://github.com/mru00/crane_gps_watch/tree/master/snoops

[…]

Noch eine andere Anmerkung (meinerseits) zur Thematik: „It’s all fun and games, until they shut down the servers.“ – Bei enorm vielen neuen Geräten sind Dienste im Internet mehr oder weniger zwingend erforderlich oder ein Teil des Produkts – wie man schon ein paar Mal gesehen hat und in Zukunft noch viel öfter sehen wird: irgendwann ist das Zeug zu legacy oder schlicht und ergreifend die Firma hinter dem Produkt zu Pleite und die Investition ist verloren.

Daher ist meine Meinung: Wenn ein Produkt nicht mehr unterstützt oder gar begraben wird, sollte es oder deren Services an die Community übergegeben werden. Der IP (intellectual property) ist für den Hersteller eh nicht mehr interessant oder zumindest überholt und so kann Landfill und Sicherheitslücken vermieden und die die Kunden bei Laune gehalten werden. Natürlich entspricht das nicht dem Ziel gewinnorientierter Firmen, deswegen sollte hier auch etwas aus der Regierung kommen.

Die Goobay Steckdosenleiste

Der neue Rechner steht da und funktioniert soweit, nur gibt es nun ein Problem: Die Leitungsschutzschalter in meiner Wohnung sind nach über 30 Jahren schon ziemlich ausgenudelt und nachdem mein PC samt Peripherie bei Nichtbenutzung vom Strom getrennt wird (bisweilen mit Taster + Stromstoßschalter) ist der Einschaltstrom zu viel für den LSS, auf dem die halbe Butze hängt.

Beim alten PC habe ich immer hinter das Gehäuse gefasst und das Netzteil vor dem Betätigen des Hauptschalters kurz ausgeknipst. Neue Gehäuse haben das Netzteil unten verbaut, hieße: unter den Tisch krabbeln.

eBay fördert ein Wunderwerk des China-Exports zu Tage: eine Steckdosenleiste mit Haupt- und Einzelschaltern, sogar noch genug von der Sorte um den Drucker und Verstärker getrennt zu schalten (seitdem ich einen DAC und vernünftige Kopfhörer habe, bleiben die größeren Lautsprecher öfter aus). Also bestellt und zwei Tage später von innen bewundert:

Eine Kombination aus Ultraschallschweißen und Verlöten – Einzelne Leitungen zu den Dosen hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet, eher dass die Federkontakte direkt an die Schalter gelötet sind…

Der Hauptschalter ist zweipolig – so wie es sein sollte. Die Einzelschalter knipsen leider nur einpolig aus. Ich hatte schon vor dem Kauf noch die Hoffnung, dass die LED anzeigt, wenn die Phase auf der richtigen Seite hängt, ein genauerer Blick verrät aber:

Nope, nix schickes drin, nur ein Kondensatornetzteil damit nicht nur die Schalter sondern die (selbstverständlich) blaue und viel zu helle LED die Netzhaut runterbrennt. Immerhin: Es gibt tatsächlich einen Überspannungsschutz. Wie gut er ist habe ich nicht weiter untersucht.

Jetzt aber noch kurz, warum ich von den einpoligen Schaltern und der nicht vorhandenen Phasenanzeige nicht so begeistert bin:

Der Schalter ist aus, der Lügenstift leuchtet aber trotzdem – nanu?

Es ist ausnahmsweise keine Fehlfunktion des „Phasenprüfers“, an der Buchse liegen tatsächlich 230 V an. Der Grund ist einfach wie fatal: unsere (sonst eigentlich gut durchdachten Schuko-Stecker) kann man in beide Richtungen stecken und es gibt m.W. auch keine Vorgaben, wo an Steckdosen die Phase hängen muss. Wenn nun ein einpoliger Schalter auf diese Unbekannte stößt, besteht eine 50:50-Chance, dass es nicht leuchtet, dafür aber brennt.

An Geräten mit Metallgehäuse kann man sich dadurch entweder lustige Elektrovibration oder einen eher unangenehmen Schlag abholen (da muss dann aber schon mehr schief gegangen sein), schön ist es trotzdem nicht.

Ich hab an beiden Enden (Stecker und Buchsen) nun einfach die dauerhaft verbundene Seite mit „N“ beschriftet und mich nochmal an der Steckdose anlügen lassen.

Bezüglich der Leitungsschutzschalter: Der Techniker ist informiert, dabei wird dann auch gleich der uralt-FI in den Ruhestand geschickt.

APDS-9960 decap

Der APDS-9960 von Avago/Broadcom ist das, was man sich unter einem vernünftigen Lichtsensor vorstellt: ALS, Proximity, RGB.

Weil ich eine Konkrete Idee für eine Anwendung hatte, landete einer für billig Geld auf dem Basteltisch. Nur leider wollte er nicht so richtig. Ich konnte ihn nicht dazu überreden, RGB-Werte auszuspucken und die ID passte auch nicht wirklich.

Im Internet gab es nichts zu finden, auch die IDs der anderen APDS-Sensoren passten nicht.

Da das Teil zu meinem Erstaunen einen Metalldeckel hat: warum nicht kurz drunterschauen? An der ersten Seite hat das leichte Hochbiegen noch ganz gut funktioniert, bei der zweiten nicht mehr:

Man erkennt es leider nicht ganz so gut, aber die IR-LED und ein paar Bonddrähte blieben im oberen Teil. Well, fuck.

Naja, jetzt brauch ich schon nicht mehr das passende Datenblatt suchen.

廉价 oder 有利

Günstig oder billig?

Ein Kollege brachte heute ein Stück Technik vorbei, das zwar funktionierte, aber nicht so richtig wertig wirkte:

Links ist das gute Stück, rechts ein zum Verwechseln ähnlicher USB-Charger von Samsung. Abgesehen von der Größe und und dem fehlenden Samsung-Logo (ok, das CE-Logo sieht auch eher nach „China Export“ aus) merkt man den Unterschied, wenn die Steckernetzteile in der Hand hält: Das Gewicht ist doch ziemlich unterschiedlich: Der Samsung-Charger wiegt mit 40 g ein bisschen mehr als doppelt so viel wie das Teil aus dem Reich der Mitte (18 g).

Mit ein bisschen Gewalt am oberen Ende offenbarte das Ladegerät seine inneren Werte, die man vorher schon an der USB-Buchse riechen konnte (heißes Hartpapier). Entsprechend meinen Erwartungen wurde ich nicht enttäuscht:

Hmmm, Crusty!

Zum Vergleich die Innereien eines anderen Samsung-Ladegerätes, das ich mal auseinandergenommen habe (IIRC ohne „adaptive fast charging“):

Auffälligster Unterschied: Eine richtige Sicherung, eine Common-Mode-Choke zur Funkentstörung, bisschen höherwertige Kondensatoren (wobei mir „Chang“ nicht als besonders hochwertig in Erinnerung ist), ein im Vergleich richtig fetter Transformator und ein halbwegs seriöser X-Kondensator zwischen Primär- und Sekundärseite. Der größte und auffälligste Unterschied: Eine Isolationsplatte, die durch den Slot zwischen Netzspannung und Schutzkleinspannung greift. In den Bildern sieht man es leider nicht so richtig: sie ragt 3,5 mm über die andere Seite der Leiterkarte heraus.

Aber auch auf der Unterseite sieht man deutliche Unterschiede. Zunächst, als Positivbeispiel Samsung:


Muss man noch etwas dazu sagen?

…und nun das, was man für 3,50 1,86 Euro mit USB-Kabel und Versand bekommt:

Der Isolationsabstand zwischen Primär- und Sekundärseite beträgt ca. 1,5 mm. Die Kriechstrecke sollte IIRC eher die vierfache Breite haben

Völlig unklar ist auch, wie gut die Wicklungen im Trafo voneinander isoliert sind. Wenn man genauer hinsieht, kann man zwar noch eine rote Folie unter der äußeren Wicklung erkennen, aber die Zweifel bleiben

Kurzgesagt: Das Teil würde ich definitiv nicht an mein Telefon oder etwas anderes anschließen.

Noch ein weiteres Leckerchen: Die Interpretation einer Sicherung (der Eingangswiderstand) oder besser sein Beinchen (unten mitte-links im Bild) ist so ungeschickt abgeschnitten, dass der Pin sehr nah in Richtung Ausgangsseite des Gleichrichters reicht.

Den Ausfall dürfte man dann ziemlich schnell merken 😉

Fail: USB-Switch

Man spricht und schreibt eher ungern über eigene Fehler und/oder das eigene Unvermögen.

Aber Fehler gehören dazu. Man kann zwar ohne sie auch lernen, aber am besten und meisten lernt man meiner Meinung immer noch aus Fehlern.

Folgende Bastelei liegt schon ewig auf dem Tisch, genau genommen seit 2016:

An den Fädeldrähten sieht man – da passte etwas am Layout nicht. Der Schaltplan dazu sieht wie folgt aus:

Keine Ahnung woran es lag, der Knoten im Kopf mit negiertem Output Enable, high side switch und Inverter war wahrscheinlich zu groß. Eigentlich total Pillepalle aber es wollte einfach nicht.

Mit Fädeldraht hat es dann auch funktioniert aber das ganze Teil ist so unbefriedigend, dass ich mich entschieden habe keinen Artikel zu schreiben. Der USB-Switch ist schlecht beschaffbar und noch bescheidener zu Löten, die Einschaltfolge (erst Strom dann Daten beim Einschalten, beim Ausschalten umgekehrt) wird nicht eingehalten, die Höhe von Stecker und Buchse passen nicht zueinander, von richtigem Differential-Pair-Routing fange ich noch nicht einmal an zu sprechen.

Trotzdem hat das Teil seinen Zweck zumindest einmal erfüllt. Ob es mal eine out-of-box funktionierende Variante geben wird – keine Ahnung. Am liebsten wäre – zumindest mir – etwas, das deutlich mehr kann, sprich: USB Switch, Strommessung, Stromlimit, Schalten per PC (ohne zusätzliche Hardware), usw.

Vielleicht. Irgendwann.


Neuer Regler oder Exorzist?

Hmm.

Ab und zu schaue ich, was die Heizung bei meinen Eltern so treibt und heute gab es beim Solarregler folgendes zu sehen:

Das Teil hat schon länger ab und zu mal ein Zeichen blinken lassen, ich bin mir aber nicht ganz sicher, ob es wirklich nur das Display, die Strecke zwischen Mikrocontroller und LCD-Controller oder doch mehr ist.

Gehackt sollte es zumindest nicht sein, da die Energieerfassung auf dem VBus nur mithört.

Mal sehen, wie sich das Ganze entwickelt.