Blickwinkel

Es wurde Zeit für eine neue Schreibtischleuchte.

Mittlerweile haben ja so gut wie alle PC-Monitore nur noch sehr wenig Rand. Der alte hier hatte knapp 2 cm, der neue noch knapp 8 mm. Gleichzeitig ist aus dem TN-Panel ein AH-IPS geworden, das mit einem sehr großen Blickwinkel angegeben ist. Überspitzt tritt heutzutage eher die Totalreflexion ein als dass man auf den Displays aufgrund des Panels nix mehr sieht.

Allerdings – und das habe ich nun bei vielen neueren Bildschirmen beobachtet – reicht das Backlight nicht mehr weit genug über das Panel heraus, um bei flacheren Winkeln noch ein sauber ausgeleuchtetes Bild zu haben:

Aktueller Screenshot von stackoverflow.com

Am Rand wird’s dunkel. Der andere Bildschirm mit satter 2 cm-Kruste hat den Effekt nicht.

Ansonsten bin ich mit dem Teil recht zufrieden. Die Farbtemperatur und -wiedergabe passt auch fast perfekt zum anderen Monitor, nur gibt es einen Bug beim Asus BE27A:

Hat man ihn per Displayport am PC angeschlossen und dieser schickt die Anzeige in den Display geht er zunächst zwar wie vorgesehen in den Standby, wacht nach 20 Sekunden auf Signalsuche wieder auf. Eh?

Der Herstellersupport hat einigermaßen schnell einen Workaround angeboten: In den Einstellungen unter System-Einstellungen auf die zweite Seite blättern und die Auto-Quellerkennung ausschalten. Damit muss man bei der Verwendung von mehreren Geräten zwar manuell hin und her schalten, für meine Anwendung ist das aber nicht nötig. Ein Bugfix oder Firmwareupdate ist wohl nicht in Aussicht.

Wer hat an der Uhr gedreht

Als „Computerfritze“ erlebt man ja die verrücktesten Dinge.

Heute hat es mich selbst erwischt: PC gestartet und trotz frischem System und m.2-SSD kommt der Kübel nicht in die Gänge. Nicht einmal Strg+Alt+Entf lässt sich verwenden. Dank 8GadgetPack lässt sich zumindest eine CPU-Auslastung und RAM-Belegung sehen, die sich sehen lassen kann: dauerhaft 100 % CPU-Load und 32 GB RAM rappelvoll.

Ok, Windows 10 macht Schnellstartgedöns, also mal einen „sauberen“ Neustart geben. Nix. Der abgesicherte Modus will auch nicht fliegen. Nachdem noch ganz nette Laufwerks-Aktivität gibt, erst einmal die Sekundärdatenträger abgeklemmt, nicht dass doch Crypto/Ransomware einen Weg durchs offene Scheunentor gefunden hat.

Rien ne va plus.

Zum Glück und aufgrund eines ziemlich beschissenen Bugs der Soundkartentreiber meines Mainboards (den Gigabyte bis jetzt nicht zugeben oder zumindest nachstellen wollte/konnte) habe ich eine Windows Togo-Installation. Also externe HDD ran und den Rechner mit altbekanntem F12-Gehämmer gestartet.

Das EFI-Setup öffnet sich und über der Datenträgerauswahl steht eine Fehlermeldung: Settings reset, please check, blabla. Nanu? Ein zweiter Blick und…

…wer hat an der Uhr gedreht?

Dass sich Browser und Software, die (ablaufende) Zertifikate verwenden an falschen Systemdaten stören, ok. Aber doch nicht Windows?!

Datum korrigiert und nach dem Reboot flutscht die Kiste wieder. Kurz konnte ich im Taskmanager noch sehen, wer sich die knapp 32 geschnappt hat: Der Desktopfenster-Manager. Alles klar, danke Microsoft!

Ich habe es jetzt nicht mehr reprovoziert, aber die Uhrzeit war neben dem XMP-Profil das einzige, was ich im EFI-Setup verändert habe…

Also: Falls der PC mal langsam wird oder sich anderweitig komisch verhält: Uhrenvergleich!

Leute, macht Backups!

Eines ist klar: die beste Sicherung ist die, die man nicht braucht.
Auf der anderen Seite: Hat man keine, ist das Geschrei groß wenn Daten verloren gehen.

Das krasseste, was in meinem Dunstkreis war ein Festplattendefekt durch Überspannungsschaden. Sicherung war natürlich keine vorhanden, dafür alle Familienfotos und teilweise Firmendaten. Alle Daten konnten wiederhergestellt werden, nur hat der Spaß gut über 1000 Euro gekostet.

Anderer Fall: aus irgendeinem Grund startet der Kunden-PC in den Recovery Mode. Anstatt den Text über die Wiederherstellung und dem damit verbundenen Löschen der bisherigen Daten zu lesen klickte die Kundschaft auf Yes. Wiederherstellen konnte ich nichts. Sicherung war auch nicht vorhanden, zum Glück aber die USB-Sticks vom Umzug vom alten PC. Sonst wären knapp 20 Jahre weg gewesen.

Letzte Woche hat es meinen PC erwischt: „Please insert a boot medium“. Mein erster Gedanke ging eher in Richtung: Irgendein nicht mehr ganz bootfähiges Gerät am PC, also CD/DVD oder USB-Stick. Alles herausgenommen/abgesteckt und Reboot: das selbe. Der Blick ins EFI-UI lässt übles vermuten: SATA0: no device. Leitung gewechselt: das gleiche.

Am eSATA vom Notebook meldet sich die SSD nur noch mit einem generischen Namen. War’s das? Das wars. Kacke.

Das Gute: auf der SSD lag nicht viel: Betriebssystem, Programme und Windows-Profil – alles andere lagert auf einer Magnetplatte. Zusätzlich läuft wöchentlich eine Sicherung auf eine externe Platte, die nur zu diesem Zweck eingesteckt wird. Keine Komplettsicherung aber vom wichtigsten – darunter natürlich das Windows-Profil.

Klar, ein paar Konfigurationen von Programmen oder Programme selbst sind nun natürlich weg, was aber zu verkraften ist.

Abgesehen vom Aufwand der Neuinstallation war der Crash aber relativ schmerzfrei.

Ein paar Versuche habe ich noch unternommen, die SSD nochmal ans laufen zu bekommen. Druck auf die ICs, Wärme, Kälte und gut zureden hat nichts geholfen. Spannungen scheinen alle da zu sein und der Oszillator läuft. Auch der Controller scheint grundlegende Funktion zu zeigen, da er – wie oben geschrieben – am eSATA erkannt wurde.

ssd830

an den oberen Pins konnte ich mit dem Logic Analyzer keine Kommunikation entdecken – so manche Festplatte konnte schon über den integrierten UART gerettet werden.
Vielleicht starte ich nochmal einen Rettungsversuch der SSD – allerdings nur um zu sehen, ob ich es kann 😉

Mittlerweile läuft der PC wieder und ist in einem halbwegs benutzbaren Zustand – Sicherung sei Dank.